Warum fliegen Flugzeuge tagsüber nicht über den Atlantik? Der wahre Grund könnte Sie überraschen.

Hier wird das Muster noch interessanter.

Ein Flugzeug, das von Europa nach Nordamerika fliegt, startet oft morgens oder am frühen Nachmittag.

Ein Flug von London nach New York könnte beispielsweise tagsüber starten und am Nachmittag in New York ankommen.

Die Passagiere bleiben während eines Großteils der Reise wach, kommen zu einer angemessenen Ortszeit an und können sich dann an den örtlichen Zeitplan anpassen.

In der Zwischenzeit kann dasselbe Flugzeug schließlich für einen weiteren Flug vorbereitet werden.

Dadurch entsteht eine Art täglicher Rhythmus über den Atlantik hinweg .

Der Verkehr in Richtung Osten dominiert tendenziell über Nacht.

Tagsüber dominiert tendenziell der Verkehr in Richtung Westen.

Auch der Jetstream spielt eine Rolle

Es gibt noch einen weiteren wichtigen Faktor, der hoch über dem Atlantik verborgen liegt:

Der Jetstream.

Der Jetstream ist ein Band sehr starker Winde in der oberen Atmosphäre. Im Nordatlantik wehen diese Winde im Allgemeinen von West nach Ost.

Das bedeutet, dass ein nach Osten fliegendes Flugzeug manchmal von starkem Rückenwind profitieren kann, während ein nach Westen fliegendes Flugzeug stärkerem Gegenwind ausgesetzt sein kann.

Moderne Flugplaner überwachen diese Winde und passen Routen und Flughöhen an, um Reisezeit und Treibstoffverbrauch zu reduzieren. Eine in der Fachzeitschrift „ Atmospheric Chemistry and Physics“ veröffentlichte Studie zeigt, dass der Jetstream des Nordatlantiks einen wesentlichen Einfluss auf die Flugzeiten über den Atlantik hat und dass Fluggesellschaften ihre Routen mithilfe von Wettervorhersagen optimieren.

Die Route, die ein Flugzeug über den Atlantik nimmt, ist also nicht unbedingt die kürzeste Linie auf einer Karte.

Unter den gegebenen Bedingungen ist dies oft der effizienteste Weg .

Die unsichtbaren Autobahnen am Himmel

Viele Menschen stellen sich vor, Piloten würden einfach eine gerade Linie zwischen zwei Flughäfen wählen.

Die Realität ist weitaus komplizierter.

Die organisierte Routenstruktur im Nordatlantik ist darauf ausgelegt, große Verkehrsaufkommen sicher und effizient abzuwickeln. Die Routen können so positioniert werden, dass günstige Winde genutzt und ungünstige minimiert werden.

Diese Strecken können sich mit den Wetterbedingungen ändern.

Mit anderen Worten: Die „Autobahn“ über den Atlantik ist keine permanente Straße.

Es ist eher wie ein sich ständig veränderndes Netz unsichtbarer Autobahnen.

Wie sieht es mit Flügen tagsüber von Amerika nach Europa aus?